REVIEW: GESUND LEBEN – KÖRPER, GEIST & SEELE

Dieser Inhalt kann Menschenleben retten. Einfach das Magazin „Gesund Leben“ lesen und bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte keinen Arzt oder Apotheker…

Analoges Lesen. Anfangs fühlt es sich verwirrend an, konzentriert in einem Magazin zu blättern, ohne tausend andere Dinge nebenbei zu tun. Beim Lesen handelt es sich wohl um eines der wenigen Dinge, die keinerlei Ablenkung erlauben. Doch sobald man in das eintaucht, was vor einem geschrieben steht, passiert etwas magisches: Die Zeit steht still. Und zwar nicht auf eine quälende, langgezogene, ich-warte-hier-auf-den-Bus-Art, sondern beruhigend. So gut, dass man unterbewusst plötzlich zu verstehen fühlt, was Einstein mit seiner Relativitätstheorie meinen könnte.

Zeit ist auch nur eine Religion, an die jeder glaubt.

Wenn wir schon mal über den Glauben reden, dann kommen wir schnell auf das Thema Gesundheit. Worum es hier schließlich gehen soll. In dem Magazin vom STERN „Gesund Leben“ wird absolut einfühlsam, gut recherchiert und aus verschiedenen Blickwinkeln damit umgegangen, was den Menschen krank und wieder heil machen kann. Besonders übersichtlich und schön gestaltet sind die vielen Infoboxen, die man zu jedem Thema findet. So kann man auch im Schnelldurchlauf viele spannende Inhalte erfassen. In der zweiten Ausgabe 2017 geht es neben zahlreichen Themen, wie Schreibtherapie, Ernährung oder Suizid vor allem um Selbstheilung. Die Titelstory verspricht seinen Lesern ein Wunder und will vermitteln, wie man seine inneren Kräfte aktivieren kann.

Die naturwissenschaftliche Forschung wird dabei ebenso beachtet, wie alternative Heilmethoden. Ich muss an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass das Heft „Gesund Leben“ absolut kein esoterisches Zauberheft mit Mandalas zum Ausmalen ist! Allein das Vorwort von Redaktionsleiterin Sabine Kartte bringt es perfekt auf den Punkt:

„Das Gehirn ist ein Meister darin, Überzeugungen und Glaubenssätze in körperliche Reaktionen zu verwandeln.“

Mehr Bestätigung brauche ich nicht. In der Schulmedizin werden solche Schlüsse aber leider eher selten in Betracht gezogen. Frei nach dem Motto: „Psychosomatik, ja schon mal gehört… in dem Semester war ich oft feiern, mhm. Ach, nehmen Sie doch lieber diese Pillen hier, Frau Meier, das ist leichter abzurechnen, wirkt schneller, drückt die Symptome weg und ich hab‘ meine Ruhe. Der Nächste bitte!“ Solche weißen Kittel machen mich echt krank! Im wahrsten Sinne des Wortes. Spätestens seit mein Hausarzt mir bei dem kleinsten Schnupfen „optional“ ein Antibiotikum mitgeben will, bin ich wirklich mit dem Thema durch. Zum Antibiotikum möchte ich einmal kurz – weil es so spannend ist und man die naheliegensten Dinge oft nicht sieht – auf den griechischen Wortstamm eingehen: „Anti bios“ heißt wörtlich  übersetzt „Gegen das Leben“.

Wie kann etwas heilen, das gegen das Leben arbeitet? Das macht keinen Sinn.

Es gibt aber kein richtig oder falsch. Es gibt nur den unendlichen Kosmos dazwischen. Und in Sachen Gesundheit gibt es vor allem eines: Die eigene Überzeugung. Wenn ich davon überzeugt bin, dass ich genetisch dazu verdammt bin übergewichtig zu sein, Krebs zu bekommen oder Rückenprobleme zu haben, dann habe ich Recht. Aber nicht wirklich eine gute Position. Also sollte ich meine Einstellung diesbezüglich noch einmal überdenken. Wäre doch erstrebenswert, sich aus eigener Kraft neu zu erfinden, oder?

Im Magazin wird deutlich, dass wir nicht schutzlos ausgeliefert sind, sondern schon mit kleinen Mitteln (wie regelmäßiger Bewegung!) ganz große Schritte (bestenfalls 10 000 am Tag!) in Richtung Heilung gehen können. Das sind gute Nachrichten und ist absolut motivierend. Ich bin zwar der Meinung, das „Wunder der Selbstheilung“ nicht wirklich ein Wunder ist, aber schön, wenn Menschen an Wunder glauben. Eigentlich ist es aber das normalste der Welt, dass sich unser Organismus regulieren kann, gegen Keime ankämpft und bei einem gesunden Lebensstil auch gesund funktioniert. Es ist eher verwunderlich und dramatisch, dass die Medizin und ihre verbündete Pharmaindustrie es geschafft haben uns das Selbstvertrauen zu nehmen.

Natürlich kann es auch äußerliche Faktoren geben, wie beispielsweise eine eingeatmete Asbestfaser, die eine Krankheit auslösen. Doch generell würde ich davon ausgehen, dass wir in alle Prozesse eingreifen können, wenn wir bloß den Kontakt zu uns wieder herstellen und Verantwortung für uns übernehmen. Das sollte jeder verinnerlichen. Wenn wir keine Opfer sind, dann haben wir die Chance zu entscheiden was wir wollen und können handeln.

Der Körper spricht eine eigene Sprache – und die wird immer lauter, wenn man nicht zuhört.

Und wie hört man seinem Körper zu? Ganz einfach: Indem man still ist. Wir sind so sehr damit beschäftigt uns abzulenken, dass wir keine Ruhe haben. Wecker, Arbeit, Beziehungen, Erreichbarkeit, Haushalt, To-Do-Listen, Konsum, Leistungsdruck, Updates, Likes und Zukunftsvisionen – alles dreht sich in unserem Kosmos in einer schwungvollen Aufwärtsspirale. Mehr, schneller, besser. Es ist auch ganz schön. Als Teil eines Systems hat man immer eine Aufgabe und fühlt sich gebraucht. Doch was brauche ich, von diesem System? Ehrlich gesagt nichts, außer regelmäßig Abstand.

Wir müssen allein sein, den mentalen Reset Knopf drücken und einfach nur entschleunigen, was so viel Fahrt aufgenommen hat. Zum Thema „Timeout statt Burnout“ gibt es übrigens einen sehr schönen Artikel bei Edition F zu lesen. Ich kann mich damit total identifizieren, hatte noch nie extremen Karrieredrang und das Bedürfnis mich zu beweisen. Im Gegenteil, ich lasse eher alles ganz langsam angehen und fließend auf mich zukommen. Und ich muss feststellen, dass mir (außer einem Schnupfen) bisher keine nennenswerte Krankheit das Leben schwer gemacht hat. Anstatt mir Stress zu machen gehe ich lieber alleine spazieren, konzentriere mich auf die schönen Dinge des Lebens und genieße das Frühlingserwachen…

    



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