TRAVEL DESTINATION: 7 PLACES TO BE IN ISTANBUL

Istanbul ist die Stadt der Extreme: Hier treffen mega Luxus, Kultur und Kunst auf seine Gegner. Hier sind meine Hot Spots am Bosporus…

Momentan wird die gesamte Türkei zurecht als riskantes Reiseziel eingeordnet. Diese Einschätzung ist mehr als berechtigt. Umso trauriger wenn ich daran zurück denke, dass ich im Jahr 2016 gleich zwei mal (ohne Probleme) dieses bezaubernde Land besuchen durfte. Ich liebe Istanbul! Strahlend blauer Himmel, konstante 25° und ein erfrischendes Lüftchen weht umher. Die Lage der Stadt zieht sich am Bosporus entlang, der sich auch Schlund des Schwarzen Meeres nennt, und verbindet den europäischen mit dem asiatischen Kontinent. Eben diese Einflüsse beider Seiten sind in der ganzen Stadt präsent, vermischen sich in modischen Trachten, Bauweisen sowie kulinarischen Highlights und ergeben insgesamt doch ihr eigenes Bild.

In wehmütiger Erinnerung ein ein bezauberndes Wochenende folgen nun meine Istanbul Hot Spots, die Places to be, auf die man sich freuen kann, wenn sich die Lage im Land hoffentlich bald zum besseren wendet…

1. Raffles Istanbul, Zorlu Center

Die erste Nacht verbringen wir auf Wolke 18. Genauer gesagt im 18. Stock des Raffles Istanbul. Hier wartet eine wundervolle Suite, mit einem Balkon der alle Räumlichkeiten einrahmt und einen sagenhaften Blick über die Stadt bietet. Die Distanz zum Boden reicht ungefähr genau so hoch, dass man das Straßengeschehen, welches in Istanbul überdurchschnittlich laut und lebendig von statten geht, nicht wirklich mitbekommt und wie in seiner eigenen kleinen Luxusblase über den Dingen schwebt. Das Hotel befindet sich oberhalb einer Shoppingmeile, wo es unter anderem auch ein Konzerthaus gibt.

Wäre die Stadt nicht ein so spannender Ort, den es zu erkunden gilt, so müsste man das Hotel guten Gewissens nicht verlassen und könnte sich in seinen Gemächern verlustieren. Ehrlich gesagt war der Komfort und die Überwältigung der Suite auch der Grund, weshalb ich den ersten Abend in Istanbul nicht die Stadt erkunden wollte, sondern nur die freistehende Badewanne.

Die unfassbar bezaubernde Aussicht und der strahlende Sonnenschein lassen einen aber voller Tatendrang in den Tag starten. Vor allem weil man in derartigen Hotelbetten einfach unfassbar gut schläft…

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2. Kapalı Çarşı, Der große Bazaar

Nach einer tiefenentspannten Nacht im Raffles Istanbul, nächtlichem Pizzaservice und morgendlichem Sonnenbad auf der Suite-Wolken-Terrasse wird die Stadt erkundet. Obwohl es schon, für unsere Verhältnisse, sommerliche Temperaturen sind läuft kein Mensch in kurzen Hosen oder T-Shirt umher und das nicht primär aus Glaubensgründen, sondern einfach weil 25° in Istanbul nicht wirklich warm, sondern eher als kalt empfunden wird. Die Menschen sind allesamt auffällig ordentlich gekleidet. Ob Taxifahrer, Maiskolbenverkäufer oder Teppichhändler: Jeder sieht aus, als würde er später an einer seriösen Geschäftskonferenz teilnehmen.

Erstaunlich positiv fällt auf, im Gegensatz zu dem „Verfall der Sitten“ hierzulande, scheint in der Türkei die Kleiderwahl noch konservativ und alt bewährt zu funktionieren. Zumindest in geschäftlicher Hinsicht eine logische Taktik, die sich allerdings durch penetrantes Anquatschen am Kapalı Çarşı wieder hinfällig macht. Für einen eher zurückhaltenden Deutschen mag diese Eigenschaft belastend wirken, aber hier ist diese Offenheit eine Verkaufstaktik und mentalitätsbedingt.

Zugegeben, es ist tatsächlich sehr extrem, was aber auch daran liegen mag, dass ich mit meinen blonden Haaren sehr europäisch aussehe und somit automatisch zum Kundenstamm gezählt werde. Nichtsdestotrotz war die Erfahrung erst über den Gewürzmarkt zu schlendern, die buntesten Gerüche und Farben zu erleben und anschließend den überdachten Bazaar zu besuchen einmalig. Inmitten von unzählig vielen Schmuckläden, Cafés, Souvenir Shops und Teppichen stehen die neusten Kollektionen von Chloé, Louis Vuitton und anderen Luxusmodehäusern in den Schaufenstern bereit. Die Accessoires sind so originalgetreu hergestellt, dass es einen beinahe dazu verleiten könnte… Aber nein, Fakes sind für Modemenschen generell tabu, egal wie viele Teetässchen einem angeboten werden und wie verlockend das Preis/Leistungsverhältnis auch sein mag.

3. Blaue Moschee und Hagia Sofia

Wer wirklich Gänsehaut haben möchte, der sollte sich während des Muezzin in der Nähe der Blauen Moschee und der Hagia Sophia aufhalten. Wenn die Muslime durch den Gesang fünf Mal täglich zum Gebet gerufen werden, ist die ganze Stadt von abwechselnden Stimmen beschallt. Es gibt sogar Apps für das Handy, die einem sagen, wann es wieder so weit ist. Schnell Füße waschen, Schultern bedecken und ab auf die Knie. Trotz touristischer Menschenmassen erlebt man hier eine sehr intensive Erfahrung, die meiner Meinung nach greifbar göttlich ist. Ein Ort, der trotz Trubel immer noch seinen Zauber behalten hat und architektonisch, kulturell und emotional absolut sehens- und hörenswert ist.

4. Szeneviertel Cihangir

Kulturelle Vielfalt ist in Istanbul an jeder Ecke sichtbar. Vor allem der Stadtteil Cihangir ist ein sehr lebendiger Ort, wo Restaurants, Cafés und kleine Shops allesamt Ausdruck von Kreativität, Dynamik und lässigen Lebensstils sind. Es ist gar nicht so leicht zu Fuß nach Cihangir zu kommen, da es hier, wie fast überall in Istanbul, wahnsinnig steil bergauf und bergab geht. Gutes Schuhwerk ist in dieser Stadt wirklich wichtig. Auf dem Weg nach oben gibt es eine Antiquitätenstraße Çukurcuma, wo ausschließlich Möbelgeschäfte nebeneinander auf bewundernde Augen warten. Gegenstände einer längst vergangenen Zeit stapeln sich hier im Überfluss und lassen Vintage-Herzen höher schlagen. Mein persönlicher Favorit ist ein schuhförmiger Lederstuhl (siehe Foto). Dieser Schuh hat mich mehr überzeugt als meine eigenen, die nämlich leider für auf und ab Wanderungen nicht wirklich gut geeignet waren. Aber wie heißt es noch gleich? Wer schön sein will muss…leiden!

Diese Straße führt auch zum Museum der Unschuld, das von dem berühmten Schriftsteller Orhan Pamuk eröffnet wurde. “Tell me then, does love make one a fool or do only fools fall in love?“ Seine Worte verzaubern, sind nicht selten politischer Natur und ein wichtiger Ausdruck der türkischen Gesinnung. Sätze wie “Painting is the silence of thought and the music of sight.” oder “People only tell lies when there is something they are terribly frightened of losing.” sind eingängige Weisheiten, die für die gesamte Menschheit von Bedeutung ist. Zwischen all der Tiefsinnigkeit lässt sich in dem Viertel die Zeit aber auch ganz entspannt vertreiben. Kleine Geschäfte mit handgemachten Unikaten oder hübsch eingerichtete Cafés warten nur darauf entdeckt zu werden. Allein in diesem Stadtteil könnte man problemlos eine Woche verbringen. Für einen Snack kehren wir im Kahve 6 ein und genießen die ganzheitlich orientierten Köstlichkeiten und die bodenständige Restaurantatmosphäre. Smoothies, Salate oder Falafeln geben einem die Energie zurück, die man bergauf verloren hat. In dem kleinen und versteckten Garten sprudelt ein Brunnen, der zum beruhigten Verweilen einlädt. Die laute Hektik der Stadt wird an vielen Orten durch Oasen der Ruhe aufgebrochen, denn in Istanbul gibt es viele Innenhöfe, kleine Plätze und Parks, in denen man dem wilden Getümmel entfliehen kann. Perfekt zum Entspannen!

5. Swissôtel The Bosphorus

IMG_4217Als zweite Anlaufstelle der Extraklasse beziehen wir das Swissôtel am europäischen Ufer des Bosporus. Umgeben von einem 263.000 m² großen historischen Garten, hat das fünf Sterne Hotel die optimale Lage: Zentral und ruhig zugleich. Schon in der Empfangshalle werden müde Augen wieder wach. Die atemberaubende Aussicht auf das Wasser und ein liebevoll überdimensionales Blumenarrangement begrüßen die Gäste in der Lobby. Lichtdurchflutet strahlen die hohen Decken, die in pompöser Zurückhaltung glänzen. Auch unser Zimmer übertrifft jede Vorstellungskraft, denn hier ist der Blick auf den Bosporus noch besser. Vom Bett aus hat man das Gefühl, fast über dem rauschenden Gewässer zu schweben. Tausendundein Traum jagt den nächsten. Besonders verträumt lässt es sich im besten Spa der Stadt aushalten. (Ich habe mich umgehört, auch Einheimische sagen das und besuchen das Swissôtel The Bosphorus zum Relaxen)

Im Pürovel Spa & Sport gibt es für jede Seele das passende Treatment. Aber wenn man schon in der Türkei ist, dann sollte man doch auch eine traditionelle Behandlung testen, oder? Also ab ins Hamam! In privater Atmosphäre und in einem ausgewogenen Verhältnis aus traditioneller und moderner Erscheinung kann man im Hamam des Swissôtels locker mehrere Stunden verbringen. Obwohl ich mir das ganze etwas sanfter vorgestellt hatte, bin ich doch sehr überzeugt von dem Ergebnis. Nach dem intensiven Ganzkörperpeeling, das mit einem einfachen Handschuh und Seife stattfindet, leuchtet die Haut beinahe und man fühlt sich wie neu geboren. Ein optimaler Start für die Sommersaison, denn die Haut wird durch das Hamam von allen winterlichen Altlasten, Schnüppchen und Schichten befreit. Das Hotel verfügt neben dem entspannten Spa Bereich aber auch über eine weitsichtige Rooftop Bar, modernes Interieur, eine Jazz Bar und ein enorm perfektioniertes Frühstücksbuffet. Das muss man wirklich hervorheben. Hier fühlt man sich von Profis umgeben und umgarnt. Kein Wunder also, dass das Swissôtel The Bosphorus schon mehr als 25 Jahre erfolgreiches Bestehen feiert!

6. Nightlife (Soho House, Gizli Bahçe & The Hall)

Es gibt immer einen Grund zu feiern. Und wenn es nur die Überraschung ist, dass zufällig ein Bekannter von mir am selben Wochenende in der Stadt ist. Dieser Bekannte ist nicht nur mir, sondern auch vielen anderen bekannt, denn er ist Teenage Mutants, ein DJ des Stil vor Talent Musik Labels. Bevor wir uns in die elektronische Welt des Nachtlebens stürzen gibt es Drinks im Soho House Istanbul. Im ehemaligen Gebäude der amerikanischen Botschaft treffen sich die Mitglieder aus Kunst und Kultur, Kreative aus aller Welt, die im Club des Soho House sind. Man trifft also wirklich eine Menge interessanter Persönlichkeiten.

Hier und in allen anderen Soho Häusern der Welt hat man aber nur Zugang, wenn man Mitglied des Clubs ist, im zugehörigen Hotel wohnt oder als Gast eines Mitgliedes angemeldet wird. Wenn man einmal in den Genuss der Gemeinschaft gekommen ist, versteht man die Diskretion. Snapchatfreie Zone: Hier sollen keine Fotos von den imposanten Deckenbemalungen oder sich selbst gemacht werden, denn Handys sind nicht gern gesehen. Man darf sogar nur auf dem Balkon zum Smartphone greifen, um Telefonate zu erledigen. So bleibt das Soho House den sozialen Netzwerken fern und man kann seinen Abend mit Drinks und Freunden ungestört genießen, ohne Sorge zu haben am nächsten Tag auf irgendwelchen Bildern verlinkt zu werden. Was erst enttäuschend ist entwickelt sich als sehr angenehm, denn im Soho House sieht man niemanden apathisch auf einen Bildschirm starren.

Nach ein paar Longdrinks geht die Reise zu Fuß weiter in Richtung Beyoğlu, einem Stadtteil, wo es in den Seitenstraßen der Einkaufsmeile İstiklâl eine Menge Bars und Nachtclubs zu entdecken gibt. Wir landen erst im Gizli Bahçe. Eine Tanzbar dessen Namen übersetzt „Der geheime Garten“ bedeutet. In etwas schummeriger Beleuchtung tanzen hier alle stimmungsvoll und ausgelassen. An den Wänden hängen überall Gemälde, wie in fast jeder Lokalität in Istanbul. Kunst ist ein wesentlicher Bestandteil der Kultur, sodass man die Kreativität beinahe aus allen Nischen sprudeln sehen kann. Zu später Stunde folgt der nächste Nachtclub, The Hall, wo Teenage Mutants auflegt und die industriellen Räumlichkeiten zum beben bringt. Dieser Club ist das komplette Gegenteil von Gizli Bahçe, was die Diversität der Stadt nur noch verstärkt. In Istanbul gibt es einfach ALLES. Von sexueller Vielfalt, Feierkultur bis Konsum – Offenheit und Extremes wird zelebriert und kaum woanders so deutlich spürbar,  wie hier.

7. Shoppingviertel Nisantasi

Den letzten Tag in Istanbul verbringen wir mit Window Shopping in dem Nisantasi Viertel, das fußläufig vom Swissotel erreichbar ist. Chanel, Louis Vuitton, Alexander McQueen, Lanvin und wie sie alle heißen, reihen sich wie eine hübsch sortierte Perlenkette aneinander und zeigen uns, wie professionelle Fensterdekoration funktioniert. Mal wieder ein Kontrastprogramm in der Stadt der Extreme: Statt Bazaar und lautem Feilschen sieht man in dieser Ecke der Stadt puren Luxus von seiner funkelndsten Seite. Bei einem türkischen Mokka, anschließendem Kaffeesatz lesen und türkischen Desserts sitzen wir im Café Mado und genießen die letzten Stunden in der schönen Stadt. Ich freue mich schon auf unser nächstes Wiedersehen, du schöne, bunte Stadt!


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